14.10.2005

Marktberg

Mieter hoffen endlich auf Klartext

V0n Claudia Marsal

Prenzlau. Gisela Siernicki liegt zurzeit fast jede Nacht wach. Die 66-jährige Prenzlauerin macht sich Sorgen darüber, was künftig aus ihrem Domizil am Marktberg 12 wird. „Seit wir im Uckermark Kurier von den Abrissplänen für unser Wohnkarree erfahren haben, finden wir keine ruhige Minute mehr“, bringt sie ihre Nöte auf den Punkt. Besonders schlimm finde sie, dass der Vermieter noch nicht an sie herangetreten sei und sie alles nur aus der Zeitung erfahren hätten.

„So kann man mit uns älteren Menschen doch nicht umgehen“, sagt die Seniorin. Im guten Glauben, am Marktberg alt werden zu können, hätten sie nämlich jeden Pfenning in diese Wohnung gesteckt.

„Meiner Meinung nach könnten wir Mieter nun doch erwarten, dass man endlich Klartext mit uns spricht, damit wir weiter planen können“.

Das sieht Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Wohnbau GmbH, im Prinzip genau so. „Aber ich kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine verbindlichen Aussagen treffen“, warb er gestern auf Nachfrage unserer Zeitung um Verständnis. Nach dem jüngsten Beschluss der Stadtverordneten zum Marktberg (der Uckermark Kurier berichtete) sehe man sich nämlich mit einer Patt-Situation konfrontiert, sprich die bereits vor drei Jahren im wohnungswirtschaftlichen Konzept des Unternehmens formulierten Vorstellungen zu Abriss und Neubebauung ständen nun erneut zur Diskussion. Der Ausgang sei völlig offen. „Deshalb können und wollen wir nicht hingehen und die Leute noch weiter verunsichern“, begründet er das bisherige Stillschweigen.

Kein Geheimnis sei allerdings, dass bereits leergewordene Wohnungen in diesem Bereich nicht wieder neu vermittelt worden seien, obwohl es Bedarf dafür gebe. Und man werde auch keinen von den noch verbliebenen Mietern, die sich jetzt sorgten, wegschicken, wenn er mit einem Umzugswunsch an sie herantrete.

Als langjährige, gute Mieter hätten diese sowohl Anspruch auf Ausweichvarianten als auch auf Umzugshilfe. In unmittelbarer Nähe plane man beispielsweise gerade die Aufwertung von zwei Häusern, was vielleicht für einige Mieter eine Alternative wäre. „Kommen Sie einfach her und suchen Sie das persönliche Gespräch mit unseren Teammitarbeitern. Ich bin sicher, dass wir eine Lösung finden werden“, appelliert er an die verunsicherten Prenzlauer. Sein Unternehmen sei sich sehr wohl seiner Verantwortung für die Bürger dieser Stadt, insbesondere die Mieterschaft, bewusst.

Quelle: Prenzlauer Zeitung

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